Muss ich meinem Chef sagen, dass ich Schweinegrippe habe?

Muss ich meinem Chef sagen, dass ich Schweinegrippe habe?(Bild, Bundesausgabe


Schweinegrippe – immer wieder kommen neue Fragen zum Virus auf. BILD beantwortet die wichtigsten.


Was soll ich tun, wenn zu Hause jemand die Schweinegrippe hat? Christine Schüler, Ärztin des DRK: „Der Erkrankte sollte separat schlafen und die Familie sollte nicht vom selben Geschirr essen oder aus demselben Glas trinken.“ Außerdem auf Küsse oder anderen körperlichen Kontakt verzichten.


Wenn die Kinder krank sind, muss dann die ganze Familie in Quarantäne? Nein! Rico Schmidt, Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde: „Dies macht keinen Sinn mehr, da man die Verbreitung so nicht verhindern kann. Jetzt geht es darum, sich durch gezielte Hygienemaßnahmen zu schützen.“


Muss ich meinem Chef sagen, dass ich Schweinegrippe habe? Fachanwalt für Arbeitsrecht Daniel Sontag (Kanzlei Thür Werner Sontag), Köln: „Nein! Wie bei jeder anderen Erkrankung gilt: Ich muss meinen Chef zwar unverzüglich informieren, dass ich krankgeschrieben wurde. Ich muss aber nicht sagen, weshalb.“


Soll ich sofort zum Arzt gehen, wenn ich Symptome spüre? Nein, Sie könnten andere Patienten anstecken. Ärzte empfehlen: Rufen Sie sofort bei Ihrem Haus- oder Kinderarzt an und besprechen Sie das weitere Vorgehen – zum Beispiel Termine außerhalb der Sprechzeiten.


Kann ich aus Angst zu Hause bleiben, wenn in meiner Firma Schweinegrippe ausgebrochen ist? Arbeitsrechtler Prof. Bernd Waas, Frankfurt: „Nein. Wer aus freien Stücken der Arbeit fern bleibt, riskiert eine Abmahnung und schlimmstenfalls die Kündigung.“


Und wie ist das bei Schwangeren? Anwalt Daniel Sontag: „Für sie gilt grundsätzlich dasselbe. Ich würde raten, dass eine schwangere Arbeitnehmerin mit ihrem Haus- oder Frauenarzt spricht. Erkennt der Mediziner in der Situation eine Arbeitsunfähigkeit der Frau, wird sie krankschreiben.“


Kann ich als Chef anordnen, dass Angestellte Mundschutz tragen, zum Beispiel Kantinenmitarbeiter? Anwalt Daniel Sontag: „Angesichts von über 45 000 Erkrankten halte ich so ein Gebot für recht und billig, da es dem Gesundscheitsschutz dient. Der Arbeitgeber sollte bei so einer Weisung den Betriebsrat einbinden.“


Details erhalten Sie von der Kanzlei Thür, Werner, Sontag: 0221 / 1709320

Quelle: Bild, Bundesausgabe | 11.11.2009